im Gespräch

Freiheit ist das, was zählt

Die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital der bauplanung plauen. Im Gespräch denkt Geschäftsführer Karsten Kroll darüber nach, wie sich der Umgang mit den Mitarbeitern und die Arbeit im Unternehmen in den letzten Jahren gewandelt haben.

Haben sich Ihre Führungsprinzipien verändert?

Klar. Aber das kann mein Umfeld besser beurteilen als ich. Lacht. Also ich denke zumindest, dass ich im Zusammenhang mit Führungsfragen jetzt mehr zulasse als vielleicht meine Vorgänger. Ein bisschen mehr auf die individuelle Freiheit setze.

Sie sagen, Ihre Mitarbeiter sind das Wichtigste, was Sie haben, um Ihre Aufgaben zu bewältigen. Welche Wege gehen Sie, um Ihre Mitarbeiter entsprechend zu fördern, zu ermutigen? Was finden Sie wichtig für das Klima im Unternehmen?

Freiheit. Dass man niemanden unnötig gängelt. An keiner Stelle. Ich muss nicht jeden Handschlag begleiten. Meine Mitarbeiter stehen ihren Mann oder ihre Frau. Darauf kann, darf ich vertrauen. Deshalb heißt es, den Mitarbeitern Freiheiten zu geben, aber auch Rahmen zu setzen. Das hängt eng miteinander zusammen. So haben wir keine Arbeitszeiterfassung. Das geht sehr, sehr locker zu, da sind wir freiheitlicher, freizügiger unterwegs als in der Branche vielleicht üblich. Aber man kann mit Freiheit auch Schaden anrichten: wenn die Freiheit so groß wird, das Orientierungslosigkeit eintritt. Es geht also im Grunde um eine kluge Einschätzung und das permanente Setzen von Handlungs- und Verantwortungsrahmen für jeden Einzelnen. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die sich immer wieder neu stellt.

Interesse an einer Mitarbeit bei der bauplanung plauen? Geschäftsführer Karsten Kroll verrät, worauf er bei Bewerbern Wert legt.

Auf welche Eigenschaft achten Sie, wenn Sie jemanden einstellen wollen?

Im Auswahlprozess besitzen Vorstellungsgespräche eine zentrale Bedeutung. Man sagt mir nach, dass ich eher unorthodoxe Vorstellungsgespräche führe. Das kann ich nicht behaupten, da fehlt mir der Vergleich. Ich versuche in einem Vorstellungsgespräch herauszubekommen, ob und wofür ich jemanden einsetzen könnte. Da zählen verschiedene Parameter und natürlich ist ein entsprechender Berufsabschluss eine grundlegende Bedingung.

Ob die Person eine Note zwei oder eine Note drei hat, ist nicht so relevant. Viel relevanter ist, ob der Bewerber, die Bewerberin auch in unser Team passt. Wenn man bei mir eine Anstellung haben möchte, ist es unheimlich förderlich, wenn man den Eindruck vermittelt, dass man ehrgeizig ist und ein bisschen Hunger hat. Dass man was erreichen will.

Also neben den fachlichen Voraussetzungen sollte der Bewerber …

… Loyalität mitbringen. Dass ich und die Kollegen sich auf das verlassen können, was gesagt wird.

Der Verdienst …

… spielt bei den Gesprächen in der Regel keine Rolle. Was sich Bewerber realistisch vorstellen, was sie verdienen möchten, das verdienen sie bei uns sowieso. Das bekommen sie, da gibt es keine langen Diskussionen. In der Regel spielen die harten Facts wie Verdienst, Urlaubsanspruch, Weihnachtsgeld im ersten Vorstellungsgespräch gar keine Rolle.

Es gibt ein zweites Bewerbungsgespräch?

Ja, wenn die Bewerbung Erfolg verspricht, dann treffen wir uns immer zu einem zweiten Gespräch. Es wird nie nach dem ersten Gespräch eingestellt. Am Ende des Bewerbungsprozesses geht es dann auch um die Ausgestaltung des Vertrages, um die Größe des Firmenwagens oder was auch immer.

Wie hat sich die Bewerber-Situation in den letzten Jahren verändert?

Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage hat sich geöffnet – zum Nachteil des Angebots. Es gibt weniger Bewerber, als wir uns wünschen. Dementsprechend ist die Liste der offenen Stellen bei uns sehr lang. Im Grunde ist das aktuell unsere Wachstumsbremse: Wir können nur in dem Maß wachsen, wie wir gute Leute einstellen können. Arbeit gibt es genug.

Sind auch die Anforderungen an die Bewerber gewachsen?

Die Anforderungen sind vielleicht andere als vor zehn Jahren. Aber die waren damals auch nicht niedriger. Anders herum: auch die Ansprüche der Bewerber haben sich verändert, sind aber auch nicht unmöglich zu erfüllen. Wir haben vor zehn Jahren marktübliche Gehälter bezahlt, wir zahlen auch heute marktüblich oder darüber. Wir sind hier im Haus mit dem Gehaltsniveau leicht über dem von Hof und dem angrenzenden Oberfranken. Was auch erklärt, warum wir etliche Rückkehrer gewinnen konnten.

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